»Weil die Musik eine Sprache ist, mittels deren Botschaften gebildet werden, von denen zumindest einige von der großen Mehrheit verstanden werden, wird die Musik zum höchsten Geheimnis der Wissenschaften vom Menschen.«

Claude Lévi-Strauss


Das Institut

State of the Art und Vermittlung heute

Musikproduktion und Musikrezeption unterliegen einem Wandel, wie es ihn in der bisherigen Geschichte noch nicht gab. Die Traditionslinien »ernster« Musik lösen sich ebenso auf wie die der »populären«. Beider Zuhörer sind plural, individuell und anonym wie nie zuvor. Besonders das Publikum der klassischen Musik verflüchtigt sich, zugleich fehlen belastbare Erkenntnisse über den Wandel von Hörgewohnheiten und Geschmack. Solange nicht über Musik kompetent und konkret von innen her gedacht und gesprochen wird, sind Projekte der Vermittlung (z. B. über Jugendliche und neue Musik oder über alternative Konzertformen) zum Scheitern verurteilt. Vermittlung darf nicht allein um die »Gefühle« der Leute kreisen, sondern muss ihnen auch einen »State of the Art« zumuten und zubilligen.


Gegenwartsforschung

Warum gibt es zur Musik kaum Gegenwartsforschung? Wenn an der Universität über Musik gearbeitet wird, erstreckt sich diese Arbeit in der Regel nicht bis in die unmittelbare oder auch nur jüngere Gegenwart. Nur was »Geschichte« geworden ist, gilt als wissenschaftsfähig. Um dies zu ändern, sind allerdings Formen wissenschaftlicher Praxis notwendig, die die Dichotomie zwischen historischem und systematischem Denken überwinden, strikt kulturwissenschaftliche Methoden und Diskurse rezipieren sowie engen Kontakt zum Musikleben selbst pflegen.


Neue Formate

Ein Institut, das Problemstellungen dieser Art bearbeiten will, muss Raum für eine Interaktion von Disziplinen und thematischen Schwerpunkten schaffen, für die es bislang keine institutionelle Form gibt: Klärung von Grundbegriffen, Analyse zeitgenössischer Werke, Musikphilosophie, qualitative Musiksoziologie, autonomes Musikfeuilleton, musikologische Expertisen, Musiktheaterforschung. Es muss Theorie wie empirische Forschung betreiben, den Bogen von der systematischen Reflexion zur künstlerischen Praxis spannen und unabhängig von politischen Interessen um Orientierung bemüht sein. Philosophische Ästhetik gehört ihm originär zu. Zugleich ist es pragmatisch wie methodisch in den modernen Kommunikationsmedien zu Hause. Ein Schwerpunkt des Instituts ist der Aufbau eines im Internet öffentlichen Archivs zur Gegenwartsmusik, mit Forschungsberichten, Analysen, Kritiken und interdisziplinären Untersuchungen, ein Informationspool sowohl für Musikinteressierte als auch für die, die in der »Musikvermittlung« und »Musikpräsentation« arbeiten.


Think Tank

Die meisten staatlichen Forschungseinrichtungen im Bereich der Musik leiden unter strukturellen Schieflagen, die sich nur schwer reformieren lassen Abhängigkeit von sachfremder Kontrolle und ineffizienter Bürokratie, die Vermischung von Karriereplan und Sachinteresse. Deshalb ist ein Neuanfang vonnöten: unabhängig von der öffentlichen Hand, autonom gegenüber den bestehenden Institutionen und interdisziplinär im Ansatz. Mit dem Institut für Musik und Ästhetik soll ein Think Tank nach internationalem Vorbild entstehen, wie er für viele Bereiche der modernen Gesellschaft längst üblich ist.


Eine andere Arbeitsweise

Auch mit überschaubarem Aufwand kann effizient und kreativ gearbeitet werden, sofern eine philosophisch grundierte Konzeption die Arbeit leitet, Vermittlung sich daraus zwanglos ergibt, der öffentliche Rechtfertigungsdruck überschaubar bleibt, Projekte langfristig geplant und aufeinander abgestimmt sind sowie die Arbeit dezentral verteilt wird. Die Anregung eines solchen Instituts erfolgt nun gezielt von außen, nicht von etablierten Institutionen. Dabei baut das Institut für Musik und Ästhetik auf den 16jährigen Erfahrungen der Zeitschrift Musik & Ästhetik (Klett-Cotta) auf. In ihr haben inter- oder transdisziplinäre Themenstellungen einen Ort gefunden, den es zuvor nicht gab. Sprachformen wurden erarbeitet. Ein Netzwerk internationaler Kontakte wurde geknüpft. Das Institut schließt an diese Geschichte an, auch wenn es unabhängig von der Zeitschrift arbeitet. Was das Netzwerk von Musik & Ästhetik auf der Ebene von Textarbeit geleistet hat, gewinnt damit eine genuin institutionelle Repräsentanz. Dies ist um so wichtiger, als die angesprochenen Probleme in den letzten zehn, fünfzehn Jahren eher noch komplizierter geworden sind.


Das Institut für Musik und Ästhetik arbeitet auf folgenden Feldern:

• Musikkritik

mit einer Internetplattform, die an die Stelle des Feuilletons tritt
für eine neue Gründlichkeit und einen investigativen Musikjournalismus

• Musikphilosophie

mit einem Ansatz, der von der Musik ausgehend auf die Philosophie hin denkt
für philosophische Interpretation und Kritik musikalischer Phänomene

• Empirisch-hermeneutische Musiksoziologie

mit qualitativen Analysen und einem Verständnis von Soziologie als Theorie der Kultur
für die Erkenntnis der musikalischen Lebenswelt

• Zeitgenössische Musik

mit Werkanalysen der unmittelbaren Gegenwart und Grundsatzdebatten
für genaue Kenntnis und vertieftes Verständnis

• Musiktheater

mit Arbeiten im Zwischenraum von Musik- und Theaterwissenschaften
für innovative künstlerische und mediale Formate

• Medienarbeit

mit Serviceleistungen für Kultur/Praxis und Öffentlichkeit/Diskurs
für eine effektive Präsenz musikalischen Denkens in der Mediendemokratie

• Expertisen

mit Überblicksdarstellungen aktueller Probleme und Fragen
für analytische Orientierungen

• Musikkritik

Der traditionelle Ort der Musikkritik verschwindet, das Feuilleton ist immer weniger fähig, sachorientierten Besprechungen Raum zu geben. Es fehlt an Zeilenplatz wie an Sprachniveau. Große Stars, Festivals und Opernhäuser stehen im Fokus, nicht die Auseinandersetzung mit den Werken bzw. Aufführungen. Musikkritik wird zum bloßen Anhängsel des Markts, ihr geht der ureigene kritische Charakter verloren.


Eine veritable Musikkritik muss ein weites Feld abstecken: Konzert- und Inszenierungskritiken, Künstlerporträts, Rezensionen von Büchern, CDs und DVDs, Features und Recherchen. Da dies »zeitnah« geschehen muss, kamen in der Vergangenheit nur zwei Medien in Frage: Zeitungen und Rundfunksendungen. Die einen verlieren ihre Bedeutung, und die anderen gehören einem flüchtigen Medium an. Daher ist ein Neubeginn vonnöten.


Das Institut für Musik und Ästhetik bietet ein kostenfreies Internetportal für Musikkritik. In ihm wird die Arbeit der fest angestellten und der assoziierten Musikkritiker veröffentlicht. Die Vorteile liegen auf der Hand: weltweite Verfügbarkeit; Archiv mit Volltextsuche; Einsatz von nicht-textlichen Medien (Hörbeispiele, Videosequenzen, Bilder, Partiturausschnitte, Dokumente); vertiefende Langfassungen durch Untermenüs.


Für dieses Portal wird so lange geworben, bis es in den einschlägigen Kreisen bekannt geworden ist. Zugleich wird ein Newsletter eingerichtet, der alle Interessierte über neue Artikel informiert. Die Musikkritiker des Instituts arbeiten unabhängig und nur für ihren Bereich, müssen sich also nicht nach einer großen Feuilletonredaktion richten. Sie machen die gleiche Arbeit wie bei einer Zeitung oder einer Rundfunksanstalt, nur gründlicher und intensiver, da sie mehr Zeit und Ruhe haben. Ob sie auf Reisen sind oder vor Ort arbeiten, ist beim Medium dieses Portals zweitrangig. Zu erwarten sind gründlichere Recherchen, umfangreichere Rezensionen, vertiefte Besprechungen von Veranstaltungen, Essays und Interviews auf dem Niveau von gehobenen Zeitschriften und ein investigativer Journalismus, der aus anderen Bereichen bekannt, aber für die Musik noch nicht entwickelt ist. Da alle Beiträge zugleich archiviert werden, bilden sie mit der Zeit eine Art kulturelle Bibliothek aus.


• Musikphilosophie

Von Inter- oder Transdisziplinarität reden viele, aber es kommt darauf an, sie zu praktizieren. Musikphilosophie hat in Deutschland keinen institutionellen Ort. Die Philosophie arbeitet auf einem mehr oder weniger hohen Niveau theoretischer Allgemeinheit. Anbindungen an ein wissenschaftliches Fach und seine Methoden sind ihr dabei fremd. Sie denkt über »die« Musik als solche nach, die unverwechselbare Gestalt eines bestimmten Werks oder eines bestimmten musikalischen Problems hat in ihr keinen Platz. Schon gar nicht stellt sie sich der Frage nach den Möglichkeiten des Komponierens heute. Umgekehrt ist die Musikwissenschaft im Konzert der historischen Disziplinen vergleichsweise isoliert und zumal von der Tradition des philosophischen Denkens abgespalten. In jüngerer Zeit haben sich zwar »kulturwissenschaftliche« Ansätze entwickelt, die forciert auf »interdisziplinäre« Denk- und Schreibweisen setzen. An ihnen hat die Musikwissenschaft jedoch kaum teilgenommen – aus welchen Gründen auch immer.


Das Institut für Musik und Ästhetik etabliert einen institutionellen Raum, in dem man sich zwischen den und jenseits der Disziplinen bewegt, ohne in ein Niemandsland zu fallen. Musikwissenschaft und Philosophie sollen nicht bloß wissenschaftsorganisatorisch zusammengefasst (nach dem Motto »alles unter einem Dach«), sondern mehr noch Methodologien entwickelt werden, wie eine kommunikative Praxis beider Grundfächer aussehen könnte, die weder im eigenen Sprachspiel verharrt noch disziplinäre Unterschiede unterdrückt. Interdisziplinarität heißt Fragestellungen zu sichten, bei denen beide Fächer einander brauchen, weil sie eine Problematik klären wollen, mit der sie allein nicht fertig werden.


Mehrere musikphilosophische Projekte stehen auf der Agenda: eine Philosophie der musikalischen Zeit; eine Theorie eines Zusammenhangs zwischen Tonalität und Sprache; die Klärung von Begriffen des musikalischen Werks im Kontrast zu kulturalistischen Ansätzen; eine Theorie der musikalischen Interpretation; sowie die Klärung des musikalischen Materialbegriffs, vor allem im Hinblick auf die zeitgenössische Musikproduktion, nicht zuletzt im digitalen Zeitalter.


• Empirisch-hermeneutische Musiksoziologie

Die Musiksoziologie könnte zu den zukunftsreichsten Disziplinen der Sozial- und Kulturwissen-schaften gehören, wenn sie nur die aktuelle Gestalt dieser Fächer hinter sich ließe. Gewiss gibt es viele Studien zum Entstehungsrahmen, den Funktionsbereichen oder den Rezeptionskulturen von Musik. Aber mit wenigen Ausnahmen wurde noch nicht in Betracht gezogen, die musikalische Form selbst als Sozialgestalt sui generis zu verstehen. Dafür müsste der Soziologe ästhetische Analyse betreiben, um den sozialen Gegenstand angemessen zu erfassen. Der Musikwissenschaftler seinerseits käme mit seinen angestammten Formbegriffen, die nichts wissen von sozial fundierten Ausdrucksgehalten musikalischer Gebilde, nicht mehr aus. Die Soziologie der musikalischen Formen rückte auf die Begründungsebene einer Sozialwissenschaft, in der sich nicht nur Geistes- und Kulturwissenschaften, sondern auch anthropologische Fächer, linguistische Kommunikationstheorien und die Psychoanalyse überschneiden würden. So bekäme man auch in den Blick, was die standardisierte Musiksoziologie seit je als ihr Revier behauptet hat, ohne es durchdringen zu können: die eigenförmige Wirkung der Musik in verschiedenen sozialen Kontexten. Das könnte wertvolle Erkenntnisse liefern für die Praxis – für die Pädagogik, z. B. durch die Erforschung der Rolle musikalischer Eindrücke in der Bearbeitung der Adoleszenzkrise, oder für die Kulturpolitik, etwa durch die begründete soziologische Legitimation von Orten der angemessenen ästhetischen Erfahrung von Kunstmusik. Es liegt auf der Hand, dass diese Form von Musiksoziologie von »Feldforschung« lebt und nicht lediglich soziologische Theorien und Theoriebausteine produziert. Innerhalb des Instituts für Musik und Ästhetik wäre ihr genuiner Ort denn auch nicht allein ein Zimmer mit Schreibtisch, sondern zu gleichen Anteilen das Soziallabor, die empirische Arbeit und Analyse vor Ort. Zwei Projekte sind dringlich: die Erforschung des Musikkonsums gerade bei Jugendlichen und seiner Auswirkungen auf die emotionale Entwicklung und Identitätsfindung sowie die Erforschung der wechselseitigen Einflüsse differenter musikalischer Kulturen und Praktiken, speziell auch der Folgen der Expansion der westlichen Musikindustrie im Zuge der Globalisierung.


• Zeitgenössische Musik

Die zeitgenössische Musik leidet unter dem Bruch mit der Musik der Tradition und unter mangelnder Kommunikation mit der Kultur insgesamt. Was komponiert und aufgeführt wird, erfährt kaum Deutung, geschweige denn stilistisches und historisches Verständnis. Statt dessen dominieren Surrogate, Ideologien, Missverständnisse oder auch nur Moden den entsprechend haltlosen und »unübersichtlichen« Diskurs. Darunter leidet nicht nur die Theorie, sondern auch die »Szene«, mithin die Musik selbst. Einerseits arbeitet das Neue-Musik-Leben aktiv, professionell und pluralistisch, andererseits funktioniert es wie ein Popbereich, in dem Vermarktung, mediale Präsentation und Kurzlebigkeit vorherrschen und Kommunikationsgenies den Ton angeben.


Dagegen setzt das Institut für Musik und Ästhetik auf Aufklärung durch »Basisarbeit«, d. h. durch engagierte Musikkritik (Konzert-, CD- und Werkkritik), eine rationale Diskussionskultur und Werkanalysen, die die jeweilige Produktion vorstellen und kritisch transparent zu machen suchen. Werkanalysen werden regelmäßig und auf breiter stilistischer Basis veröffentlicht, d. h. ins Internetportal gestellt. Sie stellen Werke der jüngsten Zeit mit Notenbeispielen und Klangausschnitten vor. Mit der Zeit werden sie zu einer Art Archiv der Gegenwartsproduktion heranwachsen. Der Sinn einer solchen Abteilung besteht auch in der Gewährleistung einer Kritik, die unabhängig vom Komponisten und in Distanz zum »Betrieb« sich auf die klassische Aufgabe der Kritik rückbesinnt: die einer Vermittlung zeitgenössischer Musik an das Publikum. Zugleich kann davon eine Stärkung der Produktivität seitens der Künstler erhofft werden.


• Musiktheater / Neue Medien

Das Musiktheater wirft heute unter anderem zwei Fragen auf: erstens die Frage nach Sinn und Möglichkeit einer konzertierten Aktion der auf sie gerichteten Wissenschaften (zumindest für Musik, Literatur und Theater); zweitens die nach dem Verhältnis der künstlerischen Autonomie des Theaters zu seiner öffentlichen Stellung. Das erste Problem ist wissenschaftsintern: Die Oper ist das »unmögliche Kunstwerk« par excellence, das die Regeln universitärer Arbeitsteiligkeit aushebelt. Genau darum hat die meist »emotional« geführte Diskussion um das »Regietheater« bislang auch kein wissenschaftliches Niveau erreicht: Entweder wird der Gegenstand aus einer disziplinären Froschperspektive angegangen oder um einer »ganzheitlichen« Sicht willen den Vorurteilen des Publikums vorwissenschaftlich ausgeliefert. Diesen Zustand zu verändern und auf einen interdisziplinären ästhetischen Dialog vor allem zwischen Musik- und Theaterwissenschaften hinzuarbeiten, sieht das Institut für Musik und Ästhetik als eine wichtige Aufgaben an. Den theaterwissenschaftlichen Instituten des Landes ist diese Problematik bewusst, aber von einem konzeptionellen Kooperation zwischen Theater- und Musikwissenschaft kann bislang ebenso wenig die Rede sein wie von einer Theorie des »Regietheaters«, die ihren Namen verdient. Das liegt nicht am Unvermögen von Personen, jedem seriösen interdisziplinären Versuch stehen schlicht die universitären Rahmenbedingungen entgegen: Fachpurismus, Konkurrenzzwang, Vorrang der Lehre vor der Forschung.


Das zweite Problem ist gesellschaftlich: Die Theater in Deutschland müssen rechtfertigen, weshalb sie da sind, was sie tun und warum sie die Subventionen verdienen, die ihnen der Staat gibt. Der kulturpolitische Diskurs orientiert sich an der Frage, mit welchen Mitteln gezielt möglichst viele Publikumsschichten zu erschließen sind, während das Theater auf einer Autonomie der künstlerischen Arbeit auch dann bestehen muss, wo es mit diesem Ziel übereinstimmt. Die Kategorie der Autonomie der Kunst ist dem kulturpolitischen Diskurs gänzlich fremd, selbst wenn er sie zuweilen diplomatisch im Munde führt. Kann es zwischen dem Kunstanspruch eines modernen Theaters und kulturpolitischen Imperativen in der Sache eine Verständigung geben? Aber auch: Ist eine »Paartherapie« zwischen zeitgenössischem Publikum und moderner Opernregie denkbar? Welcher »State of the Art« muss dem Publikum von heute zugemutet werden? Solche Fragen betreffen Musik- und Theaterwissenschaft wie Ästhetik gleichermaßen, vor allem aber machen sie ein längerfristig angelegtes empirisch-soziologisches Projekt zum Musiktheater zwingend.


• Medienarbeit

Im Bereich Medienarbeit bietet sich das Institut für Musik und Ästhetik als Service für Medien und Veranstalter (Orchester, Festivals, Kulturprojekte etc.) an. Zwei Projekte sind dabei vordringlich. Erstens geht es darum, in der an den Wochentagen ausgestrahlten Sendung kulturzeit auf 3SAT für die Musik, die dort praktisch nicht vorkommt, zu werben, durch den Entwurf eines Gesamtkonzepts, Beratertätigkeit und Vermittlung geeigneten Personals. Zweitens geht es darum, im öffentlichen Fernsehen eine monatliche Sendung namens Das musikalische Quartett in der Tradition des Literarischen und Philosophischen Quartetts vorzubereiten. Diese Sendung thematisiert aktuelle und grundsätzliche Themen zur Musik, beispielsweise zur Zukunft der Bayreuther Festspiele, der Donaueschinger Musiktage, zur Rolle der Musikschulen, zur frühkindlichen Musikerziehung, und reagiert auf aktuelle Ereignisse (beispielsweise »Was ist Techno?« nach der Loveparade-Katastrophe von Duisburg, oder »Wer ist Lena?« nach dem Hype um den Eurovision Song Contest). Das Institut entwirft hierfür einen detaillierten Plan und leistet die entsprechende Überzeugungsarbeit.


• Expertisen

Das Institut für Musik und Ästhetik verfasst, analog zu den bereits bestehenden Instituten für Wirtschaft, Ökologie u. ä. und der Stiftung Warentest, wissenschaftliche Expertisen zu aktuellen Fragen, für deren Beantwortung das Wissenschaftssystem zu langsam ist. Beispiele sind: der Komplex »Digitale Revolution« mit den Problemen Urheberrecht, Musiktechnologie, Internet, Aufführungspraxis, Software, Medienverhalten, Verlagswesen; der Komplex Musikkonsum, iPod-Generation, Schallberieselung; der Komplex Musik als akustische Aura im Fernsehen und in der Werbung. Die Ergebnisse werden auf der Internetplattform veröffentlicht.


Aufbau des Instituts

Das Institut für Musik und Ästhetik wird dezentral betrieben, mithin nicht mit eigenen Räumlichkeiten (Ausnahme: Verwaltung). Die Mitarbeiter arbeiten in ihren Heimatstädten. Damit ist es möglich, Fachleute aus der ersten Reihe, die großes Interesse an einer Mitarbeit zeigen, zu gewinnen. Mehrmals jährlich trifft sich das Personal zu Klausuren. Die Mitarbeiter können so ohne größere Reibungsverluste agieren.


Der Stamm aus festen Stellen kann erweitert werden durch
a) drittmittelfinanzierte Projekte größeren Ausmaßes (etwa in der Musiksoziologie) und
b) assoziierte Mitarbeiter auf Stipendiums- oder Werkvertragsbasis.
Außerdem ist die finanzielle Unterstützung von verwandten Projekten in Form von Sachmitteln vorgesehen.


Trägerschaft

Das Institut für Musik und Ästhetik wird von dem gemeinnützigen Förderverein MusikKunst e.V. getragen und kontrolliert. Dieser wird von privater Hand und/oder in Kooperation mit bereits bestehenden Stiftungen finanziert. Auf dieser Basis ist die Akquirierung öffentlicher Finanzmittel auf der Landes-, der Bundes- und Europaebene möglich.